Cornplanter
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Gaye twahgeh, Gaiant-wa’ka, Kaiontwahka oder John Abeel (O'Bail) besser bekannt als Cornplanter (* um 1735 in Canawagus am Geensee River, New York; † 18 Februar 1836), war ein Häuptling der Seneca.
Cornplanters Vater war ein weisser Händler mit Namen John O’Bail, der manchmal auch Abeel genannt wurde. Einige Quellen behaupten, dass er ein Ire war, andere wiederum sagten, dass er ein Holländer gewesen sei. Seine Mutter war eine Seneca-Indianerin. Der Prophet Handsome Lake war sein Halbbruder. Cornplanter war ein persönlicher Freund von Präsident George Washington. Er kämpfte im Franzosen- und Indianerkrieg (1754-1763) auf französischer Seite. Im Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) war er auf Seiten der Briten. Als er hörte, sein Vater sei von verbündeten Indianern gefangen genommen worden, sorgte er für dessen Befreiung und Rückführung zu seiner Farm. Nach Beendigung des Unabhängigkeitskrieges bemühte sich Cornplanter zunehmend um freundschaftliche Beziehungen zu den USA.
Cornplanter war Mitunterzeichner der Verträge von Fort Stanwick (1784) und Fort Harmar (1789). 1790 besuchte er den Präsidenten George Washington in Philadelphia. Seine Bemühungen, Little Turtle's Krieg auf diplomatischem Weg zu beenden, erwiesen sich als vergeblich, doch da er die Seneca aus diesen Unruhen heraushielt, garantierten die USA Cornplanters Leuten einen Landstreifen am Allegheny-River. Dort zeigte sich Cornplanter als fortschrittlicher Organisator. Er bemühte sich um die Ausbildung seiner Stammesangehörigen, liess Strassen bauen und förderte die Einführung der Rinderzucht.
Indem er 1794, 1797 und 1802 Landabtretungsverträge signierte, verlor er jedoch zunehmend die Sympathie seiner Leute. Durch die vielen Kontakte mit US-Amerikanern und einen früheren Besuch in England hatte er viele euro-amerikanische Kulturgüter übernommen und kleidete sich europäisch. Trotzdem reichte sein Einfluss aus, die Seneca im Krieg zwischen den USA und England von einer Parteinahme für die Briten abzuhalten. Er selbst wollte eine Gruppe Seneca-Krieger gegen die Briten in den Kampf führen, doch wurde dies wegen seines hohen Alters von den USA abgelehnt. Sein Sohn Henry und der Neffe Blacksnake beteiligten sich jedoch an dem Kampf.
Cornplanter erreichte ein ungewöhnlich hohes Alter. Kurz vor seinem Tod hatte er einen Traum, wonach ihm seine Freundschaft mit den US-Amerikanern als ein Fehler erschien. Er zerstörte daraufhin alle Geschenke, die er in den vielen Jahren von Vertretern der USA erhalten hatte. Er starb am 18. Februar 1836 am Alleghany River in Pennsylvania und wurde dort auch beigesetzt, doch 1964 mussten seine sterblichen Überreste umgebettet werden, um für einen Stausee, das Kinzua Reservoir, Platz zu machen. Noch Ende des 20. Jahrhunderts lebten unter den Irokesen mehrere Nachkommen Cornplanters.
[bearbeiten] Literatur
- Bruce E. Johansen und Donald A. Grinde, Jr.: The Encyclopedia of Native American Biography. ISBN 0-306-80870-6

